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Drei Fragen an Prof. Hardev Pandha

06.08.2008, Prof. Hardev Pandha

Prof. Hardev Pandha, wann können Sie mit der klinischen Studie des „Lx TB PstS1 (Lx-Bladder) Antigen“ mit Blasenkrebspatienten beginnen?
Prof. Hardev Pandha: Wir sind grundsätzlich bereit für diese klinische Studie: Die präklinischen Forschungsergebnisse werden von uns als gut eingestuft und unsere Universitätsklinik verfügt über genügend Patienten in den ins Auge gefassten Indikationen. Wenn alle beteiligten Partner das Studienprotokoll unterschrieben haben, dauert es rund drei Monate bis zur formellen Studienbewilligung durch die Behörden der Europäischen Union (EU). Im vorliegenden Fall ist das eine reine Formsache. Etwa vier Wochen nach dem Eintreffen der Bewilligung wird dann an drei Blasenkrebspatienten mit der tiefsten Dosierung begonnen. Läuft alles gemäss den Erwartungen, werden in Abständen von jeweils etwa einem Monat die Dosierungen an jeweils drei bis sechs neuen Patienten erhöht. Nach zwölf Monaten wird die Phase I mit insgesamt rund 40 Blasenkrebspatienten abgeschlossen sein. Je nach Studienverlauf werden Prostatakrebspatienten einbezogen.

Wie schätzen Sie aufgrund der präklinischen Forschungsergebnisse die Erfolgschancen der klinischen Studie ein?
Prof. Hardev Pandha: Aufgrund der präklinischen Ergebnisse erwarten wir, dass mit dem „Lx TB PstS1 (Lx-Bladder) Antigen“ bei den ins Auge gefassten Indikationen eine mindestens gleiche Wirkung wie mit den herkömmlichen Therapien erzielt wird. Die Wirkung sollte aber fast ohne Nebenwirkungen eintreffen: Das weitgehende Ausbleiben von Nebenwirkungen könnte dann die Stärke der Antigen-Krebstherapie sein.

Weshalb wurde die Antigen-Krebstherapie bislang noch nicht ausführlich klinisch erforscht?
Prof. Hardev Pandha: Die von uns jetzt klinisch zu erforschende Antigen-Krebstherapie beruht auf den Erfolgen de „Mycobacterium bovis BCG (Bacillus Calmette-Guérin)“ in der Behandlung von bestimmten Arten des Blasenkrebses. Es kann sein, dass die Häufigkeit dieses Krebses für eine riskante aufwendige Forschung ungenügende wirtschaftliche Chancen eröffnete. Aber: Gemäss den präklinischen Forschungsergebnissen kann das „Lx TB PstS1 (Lx-Bladder) Antigen“ mit einer hohen Wahrscheinlichkeit auch in der Therapie von Prostatakrebs, Brustkrebs und allenfalls Lungenkrebs erfolgreich eingesetzt werden. Das würde dann beachtliche wirtschaftliche Perspektiven eröffnen.

University of Surrey, Oktober 2008

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