Die Verwendung mykobakterieller Antigene als Immunmodulatoren in der Krebstherapie ist vollständig innovativ. Es ist abzusehen, dass das Lx-Bladder-Therapeutikum grosse klinische Akzeptanz finden wird.

Lx-Bladder: Ein ungewöhnliches Antigen, eine innovative Technologie

Prof. Dr. Mahavir Singh beschäftigt sich seit 20 Jahren mit mykobakteriellen Antigenen zur Entwicklung neuartiger Tuberkulose-Vakzine und -Diagnostika.
Frühere bereits publizierte und patentierte Arbeiten von Prof. Singh in Zusammenarbeit mit internationalen Forschungszentren haben gezeigt, dass die Expression des mykobakteriellen PstS1-Gens in Maus-Melanom-Zelllinien erfolgreich durchgeführt werden kann. Interessanterweise ergab die Vakzinierung von Mäusen mit der inaktivierten transfizierten Zellinie einen Schutz gegen Entstehung von Metastasen. Der Ansatz dieser Technologie zur Krebstherapie ist gänzlich neu und nicht auf eine bestimmte Krebsart beschränkt. So konnten zum Beispiel auch im Mausmodell für Brustkrebs ähnliche Ergebnisse wie bei Hautkrebs (Melanom) erzielt werden.
Eine weitere innovative Idee lag darin, das Zellwand-Antigen aus BCG rekombinant in E. coli herzustellen und das rekombinante Antigen für präklinische Studien in Mäusen zu testen. Dadurch wird das Problem der Gentherapie bzw. einer aufwendigen Zelltherapie mit Gen-transfizierten Zellen umgangen.

Zusammenfassung der wissenschaftlichen Ergebnisse

Eine weltweit neue Technologie kommt in die klinische Forschung
  1. Rekombinantes Lx TB PstS1 und Hsp16 sind in der Lage, ähnlich dem BCG, humane mononukleäre Zellen (MNC) zu stimulieren. Dies wurde anhand einer gesteigerten Zytotoxizität, Proliferation und IFN-Freisetzung gezeigt.
  2. Lx TB PstS1 hat ein Dosis-Wirkungsoptimum bei 100 µg/ml.
  3. Humane myeloide dendritische Zellen sind mit Lx TB PstS1 stimulierbar. Dies wurde anhand von Oberflächenreifungsmarkern und einer typischen Zytokinfreisetzung gezeigt.
  4. Lx TB PstS1 ist in der Lage, nach unspezifischer Sensibilisierung intravesikal appliziert das Überleben von tumortragenden Mäusen signifikant zu verlängern.
  5. Bei der Lx TB PstS1-Therapie ohne Sensibilisierung wurde keine Signifikanz in der Log-Rank Analyse, wohl aber eine signifikant erhöhte Anzahl an überlebenden Tieren ermittelt (chi²-Test).
  6. Bei der Untersuchung der Blasen von Mäusen, welche einer Therapie ohne Tumorimplantation unterzogen wurden, zeigte sich bei der Lx TB PstS1-Immuntherapie ein überwiegender Einstrom von Granulozyten und Makrophagen, der durch einen moderaten Einstrom von Lymphozyten begleitet wird.
  7. Sowohl subkutane, als auch intravesikale Lx TB PstS1-Applikation führt zur Produktion von -Lx TB PstS1-IgG-Antikörpern, die im Serum behandelter Tiere nachgewiesen wurden. Darüber hinaus konnten isolierte Splenozyten in-vitro mit Lx TB PstS1 restimuliert werden.

Feststellung: Da sich die Therapiestudien im Mausmodell als reproduzierbar erwiesen, ist die Grundlage zur Erprobung der Lx TB PstS1-Therapie in der Klinik gegeben. Als Fortsetzung der erfolgreichen präklinischen Untersuchungen werden deshalb klinische Studien der Phase I und IIa initiiert. Derzeit liegen weltweit keine Bestrebungen vor, einzelne mykobakterielle non-viable Bestandteile als Therapeutikum beim Harnblasenkarzinom in lokaler oder systemischer Form einzubringen.